Anatomie der Bienen – Der Honigmagen

Was ist ein Honigmagen?

Der Honigmagen der Biene wird auch als Honigblase bezeichnet. Sie ist eine unmittelbare Erweiterung zur Speiseröhre des Tieres und schließt sich direkt im Anschluss daran an. Dieser Honigmagen fasst zwar nur eine Menge von 0,05 bis 0,06 Milliliter, dennoch ist es der Biene möglich, eine Menge darin aufzunehmen, die nahezu ihrem halben Körpergewicht entspricht!

Sie ist mit einem Ventiltrichter vom Mitteldarm getrennt, welcher sich direkt dahinter anschließt. So wird eine ungewollte Verdauung des gespeicherten Honigs vermieden. Falls die Biene allerdings Nahrung benötigt und der Honigmagen gefüllt ist, kann sie einen kleinen Teil der gespeicherten Menge an den Verdauungstrakt abgeben, um Nährstoffe zu gewinnen.

Was passiert im Honigmagen?

Nachdem die Biene mit ihrem Rüssel den Nektar aus der Blüte gesaugt hat, gelangt dieser unmittelbar in den Honigmagen. Vom Honigmagen aus ist die Biene dazu in der Lage, alle sich darin befindlichen Stoffe, wie zum Beispiel Nektar, hochzuwürgen und an andere Bienen zu übergeben.

Beim Aufbewahren von Nektar im Honigmagen wird dieser Nektar durch Enzyme der Biene in Fruchtzucker und in Traubenzucker gespalten. Zudem wird dort beim Speichern von Nektar, beziehungsweise werdendem Honig, dieser mit Fermenten angereichert.

Trotz all dem ist ein Honigmagen beziehungsweise eine Honigblase weder Blase noch Magen – sondern eher ein sehr dehnbarer Darmabschnitt.

Wozu dient der Honigmagen?

In erster Linie dient die Honigblase zum Transport von Wasser und Nahrung. Die Biene übergibt den gesammelten Nektar durch Erbrechen des Honigmagens an andere Bienen im Stock. Diese nehmen den ausgespuckten Honig wieder auf und erbrechen ihn ebenfalls, um ihn weiterzugeben. Durch diesen Prozess der ständigen Aufnahme und Abgabe des Nektars wird dem werdenden Honig ein Großteil von seinem Wasseranteil entzogen. So sinkt der Anteil des Wassers von anfänglichen 70 % auf nur noch 17 % – 18 % ab.

Außerdem gelangen bei diesem Prozess Enzyme der Bienen in die Flüssigkeit hinein, die entscheidend für den Werdegang vom Nektar zum Honig sind. Während der Wirkung der Enzyme dient der Honigmagen als Speicher und Aufbewahrungsort.

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