Säuglingsbotulismus

Säugling

Säuglingsbotulismus – was ist das?

Beim Säuglingsbotulismus handelt es sich um eine seltene und dennoch gefährliche Erkrankung, die bei Kindern bis zum ersten Lebensjahr auftreten kann. Diese Krankheit wird durch das Bakterium Clostridium botulinum hervorgerufen und mit dessen tödlichen Folgen gilt es auf keinen Fall zu spaßen. Durch die Art und Weise, wie Bienen ihren Honig produzieren, gelangen ab und an Stoffe aus der Umwelt herein, was völlig natürlich und auch unvermeidbar ist.

Leider ist auch dieses gefährliche Bakterium einer davon. Insbesondere in den ersten sechs Lebensmonaten sind Säuglinge besonders anfällig dafür, jedoch wird bis zum ersten Lebensjahr dringend davon abgeraten Babys Honig zu geben. Die Sporen des Bakteriums gelangen in den Darm des Kindes und fangen dort an, Neurotoxine zu bilden, welche die Nervenzellen schädigen. Sie werden über den Darm in den Blutkreislauf des Säuglings aufgenommen und bewirken eine zunehmende Lähmung aller Muskeln.

So kommt es zu Darmstillstand, Schlucklähmungen, Halteschwäche des Kopfes und vielen weiteren Lähmungserscheinungen. Letzten Endes kann die Krankheit sogar bis hin zum Atemstillstand führen. Nicht selten ist dies der Grund, dass der Säugling dann scheinbar unbemerkt stirbt. Also unbedingt darauf achten, keinen Ammenmärchen zu glauben und dem Säugling auf gar keinen Fall Honig füttern.

Das Bakterium ist allerdings für Erwachsene völlig unbedenklich und Honig kann nach wie vor verzehrt werden.

Inkubationszeit von Säuglingsbotulismus

Die Inkubationszeit für diese Krankheit schwankt außerordentlich stark. So liegt sie von der Infektion mit den Sporen bis hin zum Ausbruch der Erkrankung zwischen 3 und 30 Tagen. In manchen Fällen wurde auch erst ein Krankheitsbeginn nach 38 Tagen festgestellt. Der Säuglingsbotulismus wird leider oft erst sehr spät erkannt, da die Anzeichen wie lethargisches Verhalten, erhöhte Müdigkeit oder auch ein verstopfter Darm oft typisch für viele verschiedene Krankheiten sind.

Daher empfiehlt es sich, auch solche seltene Krankheiten in Betracht zu ziehen, wenn der Säugling entsprechende Symptome aufweist. Insbesondere, wenn das Kind in letzter Zeit Honig bekommen hat, ist besondere Aufmerksamkeit und ein schneller Gang zum Arzt Pflicht.

Säuglingsbotulismus erkennen – Symptome und Anzeichen

Säuglingsbotulismus zeichnet sich durch eine Reihe von Symptomen aus, welche anderen Formen des Botulismus sehr ähnlich sein können. So führt das Bakterium meist zu einer zunehmenden, hartnäckigen Verstopfung. Auch Trink- und allgemeine Schluckbeschwerden können aufgrund der Schlucklähmung ein Anzeichen sein.

Trockene Schleimhäute sowie heiseres Wimmern und reduzierter Tränenfluss, Lidheber- und Kopfheberschwäche sowie auch weite Pupillen sind weitere Symptome dieser Krankheit, an denen man erkennen kann, ob der Säugling unter Säuglingsbotulismus leidet. Die Muskelschwäche und Muskellähmung breitet sich bei dieser Erkrankung von oben nach unten hin aus.

Da viele dieser Symptome auch bei anderen Krankheiten vorkommen können, gilt besonderes Augenmerk auf diese gefährliche Krankheit zu legen und auch schwache Anzeichen nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

Diagnose und Behandlung von Säuglingsbotulismus

Was aber, wenn der Arzt einen Säuglingsbotulismus festgestellt hat? Allgemein gilt: Je eher das passiert, umso besser sind auch die Heilungschancen für den Säugling. Die Behandlung erfolgt in Form eines intravenös verabreichten Medikamentes – dem Botulismus-Immunglobulin.

Die rechtzeitige Verabreichung dieses Medikaments beeinflusst die Heilung des Babys positiv und kann für einen verkürzten Krankenhausaufenthalt sorgen. Nichtsdestotrotz ist die Erholungsphase ziemlich lang. Man muss unbedingt Acht geben, dass es nicht zu Atembeschwerden kommt, da sonst mit einem Atemgerät gearbeitet werden muss.

Auch die Ernährung sollte angepasst werden. Generell bewegt sich die Sterblichkeitsrate dieser Krankheit bei einer Höhe von weniger als 2 %.

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