Was ist Honigtau bzw. Blatthonig?

Was ist Honigtau und wie entsteht er?

Honigtau wird neben Blütenpollen bei manchen Honigen von den Bienen als eine weitere zuckerhaltige Komponente verwendet. Er ist ein rein tierisches Produkt, auch wenn sein Ursprung aus einer Pflanze kommt. Blattläuse, Schildläuse und Zikaden gehören zu den wesentlichen Erzeugern dieses Produkts. Sie saugen für ihre Ernährung den sogenannten Siebröhrensaft bestimmter Pflanzen. In diesem Saft befinden sich mehrere Zucker, Peptide und weitere wichtige Stoffe. 

Bestimmte Mineralien aus diesen Säften passieren dann unverändert den Verdauungstrakt der Insekten. Andere Teile des pflanzlichen Saftes werden durch den Speichel und die Vorgänge im Darm verändert. So entstehen aus Einfachzuckern Zwei- und sogar Dreifachzucker. Pflanzliche Proteine werden während des Vorgangs in wertvolle Aminosäuren umgewandelt. Da der Körper der Insekten gar nicht so viele Nährstoffe und Zucker benötigt, wie durch den Saft der Pflanze aufgenommen werden, wird ein Teil davon einfach wieder ausgeschieden. Honigtau ist also im Endeffekt nichts anderes als die Ausscheidung von Insekten, die zuvor Siebröhrensaft getrunken haben

Wie sammeln Bienen Honigtau?

Wie kommen die Bienen also an die Ausscheidungen der Insekten heran? Nicht jedes Insekt scheidet den Honig auf die gleiche Art und Weise aus. Bei manchen Arten bildet sich ein Tropfen am Hinterleib, den sie anschließend einfach hinter sich ablegen. Andere Arten wiederum spritzen den Honigtau förmlich aus sich heraus. Bei dieser Methode der Entleerung findet man den fertigen Honigtau dann etwas weiter unten auf Blättern oder Ästen. Die Bienen suchen diese Tropfen und sammeln sie auf. Dann wird der Honigtau von den Bienen in den Stock zurückgebracht. Die weitere Verarbeitung von Honigtau unterscheidet sich übrigens nicht von der Verarbeitung von gewöhnlichem Nektar

Wie sieht Honigtau aus?

Honigtau ist im Allgemeinen eine klare Substanz, die einem kleinen Tropfen Wasser ähnelt. Allerdings ist Honigtau viel klebriger als Wasser und kann sogar Gartenmöbeln und Autos gefährlich werden, welche nach einem Kontakt mit dem Honigtau nur schwer wieder zu reinigen sind

Honigtau verändert seine Konsistenz mit der Zeit. Zum Zeitpunkt der Ausscheidung ist er klar und relativ flüssig. Je länger er jedoch an der Luft liegt, umso mehr Feuchtigkeit verdunstet. Somit wird der Honigtau mit jeder Stunde an der frischen Luft fester. Da der Honigtau so klebrig ist, bleibt die durchsichtige Färbung nicht die ganze Zeit erhalten, da kleinste Partikel daran haften bleiben und ihn trüben. 

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